Tokio-Hotel und ein kleines Dorf am Rande des Wahnsinns.
April 18th, 2009
Das kleine Dorf aus dem Jahre 1158 wirbt auf der eigenen Website wie folgt: …ein Dorf, in dem es sich gut leben laesst. Ein kleines Dorf mit etwas mehr als 2.340 Einwohnern, das nur unweit von Lueneburg entfernt liegt. Die ruhige Lage laedt ein zu langen Spaziergaengen, wenn ….. wenn dort nicht gerade Belagerungs- bzw. Ausnahmezustand herrscht.
Denn dort in dem kleinen Dorf liegt auch der umgebaute Kuhstall vom Tokio-Hotel Musikproduzenten und Urgestein in der deutschen Producerszene Peter Hoffmann-Meyer zur Capellen, der dort sein Aufnahmestudio betreibt, zum Aerger der Anwohner.
Wobei das Dorf sonst recht musikalisch ist mit eigener Blaskapelle und Posaunenchor.
Durch den 30 jaehrigen Krieg wurde das Dorf schon heimgesucht und hat Opfer bringen muessen. Im Jahre 1626 lagen dort 4000 Daenen, sie pluenderten und raubten beim Abzug Rinder, Schweine und Schafe.
Auch der Zweite Weltkrieg, noch grausamer als der Erste, hat dem kleinen Dorf Sorgen und Leid gebracht. Wenn auch das Dorf von Bomben verschont blieb, so war es gleich nach Beendigung mit englischen Truppen belegt. Danach kamen die Fluechtlinge aus dem Osten, die auf den Hoefen untergebracht werden mussten. Als die Polen dort einrueckten und dort auf den Hoefen Unterkunft fanden, dachte man, das seit dem 29.Maerz 1946, als die Polen per Bahn abtransportiert wurden, haette man Ruhe.
Wenn da nicht…..seit drei Jahren die Rockband Tokio-Hotel in regelmaessigen Abstaenden für Unruhe sorgen, wenn sie ihre neuen Musikproduktionen dort im Tonstudio aufnehmen. Denn dann fallen nun regelmaessig und auch sonst Fans der Gruppe aus Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Deutschland und Belgien ein.
Auch an diesem Wochenende kamen Sie wieder von ueberall her.
Darunter Christelle (28), Celine (17) und Laura (16) aus Belgien. Sie sind frueh morgens um 2 Uhr aus Roux naehe Charleroi in Belgien gestartet und 6 Stunden mit dem Auto eines Freundes in das kleine Dorf nahe Lüneburg gefahren um Bill und Tom einen Brief zu bringen. Darin wuenschen sie sich mehr Konzerte in Belgien und das sie sie lieben. Leider haben sie die Jungs am Samstag nicht angetroffen um ihren Brief zu ueberreichen, aber sie haben sich eh im Bridge Inn Hotel in Billwerder/ Hamburg für 65,-€uro die Nacht eingemietet und werden am Sonntag nochmals sich auf den Weg machen, in der Hoffnung, Bill und Tom anzutreffen. Dann haben sie 130,-€uro für die Fahrt ausgegeben und die Uebernachtungen kommen noch dazu. Ein teurer Spass, aber wir lieben die Band.
Hingegen die Nachbarn in unmittelbarer Naehe des Musikstudios genervt sind, und das schon seit 3 Jahren. Da kommen die Muetter mit ihren heranwachsenden Maedels aus Holland, stehen den ganzen Tag auf der Strasse vor der Tuer um einen Blick zu erhaschen, dann schlafen die Teenager auch schon mal unter der Hecke im Garten und verrichten ihre Notdurft rund um der Ort des Geschehen.
Beschmieren die Hauswaende des gegenueberliegenden Gebaeudes, welches unter Denkmalschutz steht. Den Buergermeister stoert das nicht, er soll sich sogar um soviel Besuch in seinem kleinen Dorf freuen. Ab und an taucht dann auch die Polizei auf und bringt in den spaeten Abendstunden die Minderjaehrigen von dort weg in umliegende Kinderheime, bis die Eltern sie abholen.
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